Umfrage: Projekt BIMcontracts will Zahlungsprozesse im Bau beschleunigen

Das vom BMWi geförderte Forschungsprojekt BIMcontracts entwickelt ein automatisiertes Zahlungs- und Vertragsmanagement für die Bauwirtschaft. Basis für das Zahlungsmanagement sollen BIM-Modelle und die Blockchain-Technologie sein.

Im Rahmen des Projekts wurde nun eine Umfrage entwickelt, um Basisdaten in den Bauunternehmen zu erheben. Gefragt sind insbesondere Bauunternehmen aus den Bereichen

  • Rohbau
  • Ausbau
  • Haustechnik
  • Fassade/Dach
  • Außenanlagen

Bitte nehmen Sie an der kurzen Umfrage über den folgenden Link teil: https://www.surveymonkey.de/r/BIMcontracts_Umfrage_Juli_2020

Projektziel

Bei einem Bauwerk arbeiten üblicherweise viele Gewerke und Dienstleister zusammen. Die Vertragskonstellationen sind komplex. Wenn der Prozess bei einem Beteiligten gestört ist, kommt es schnell zu Verzögerungen in der Zahlungskette. Durch das Verknüpfen verschiedener digitaler Technologien soll künftig erreicht werden, dass erbrachte Dienstleistungen umgehend bezahlt werden. Das ist gerade für Bauunternehmen wichtig, weil sie ein hohes Risiko tragen, bei ausbleibenden Zahlungen ihre Liquidität zu verlieren.

Projektziel sind demnach transparente, ausfallsichere, vertrauenswürdige und schnelle Zahlungsprozesse.

Digitale Transaktionskette

Bei BIMcontracts sind alle am Bau Beteiligten Teil einer Blockchain. Bei Blockchain handelt es sich um eine digital abgebildete Transaktionskette, bei der die hintereinander hängenden Blöcke den einzelnen Transaktionen entsprechen. Jede dieser Transaktionen ist durch einen Smart Contract geregelt („intelligenter digitaler Vertrag“), der die Leistungen definiert, die die Beteiligten erbringen müssen, um eine Zahlung zu erhalten.

Zur Bearbeitung und Quittierung ihrer jeweiligen Bauaufgaben registrieren sich die Beteiligten zunächst mit ihrer persönlichen ID-Kennung. Anschließend können sie direkt auf der Baustelle (per Tablet oder Smartphone) bestätigen, wenn sie eine Bauleistung ausgeführt haben. Das System benachrichtigt dann automatisch die Bauabnahme, und der Prüfer kann den Auftrag bewerten, als erledigt markieren oder Mängel melden. In der Folge weist das System fällige Rechnungen automatisch zur Zahlung an.

Nach dem Blockchain-Prinzip bauen die einzelnen Transaktionen aufeinander auf. Eine spätere Transaktion ist nur möglich, wenn die vorausgehenden früheren Transaktionen als richtig bestätigt wurden. Die Nachvollziehbarkeit der Prozesse ist damit gesichert.

Projektpartner

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt seit 2019 mit 2,46 Mio. Euro für drei Jahre. Weitere Vertragspartner sind

  • Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen, Bochum
  • Universität Duisburg-Essen, paluno – The Ruhr Institute for Software Technology, Essen
  • Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mbB, Düsseldorf
  • Freundlieb Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Dortmund
  • adesso SE, Konsortialführer, Dortmund

Die Projektergebnisse sollen ab 2022 als Basisversion in Form einer öffentlichen „Bundes-BIMcontracts"-Lösung dem Markt frei zugänglich gemacht werden.

Weitere Informationen unter www.bimcontracts.com