Pressemitteilung

Hessische Straßen und Brücken weiter ein Problem

Hessische Straßen und Brücken weiter ein Problem

IHK-Verkehrsumfrage 2019 zeigt Beeinträchtigungen der Wirtschaft

Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. zeigt sich anlässlich der heute veröffentlichen IHK-Verkehrsumfrage besorgt über den weiterhin bestehenden Sanierungsstau in Hessen. Knapp 75 Prozent der befragten Unternehmen gaben darin an, dass der aktuelle Zustand der hessischen Straßen ihr Unternehmen beeinträchtige.

Als Spitzenreiter für den Ausbaubedarf sehen die Befragten die Bundesstraßen mit einer Nennung von 80 Prozent sowie die Autobahnen mit 76 Prozent. Als größte Beeinträchtigung werden Straßen- und Brückensperrungen genannt.

Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, sagt dazu: „Im Tiefbau sind die Baubetriebe im Moment auf gut 3 Monate im Voraus ausgelastet, bis zur ersten Frostperiode wird weiter unter Volldampf gearbeitet. Aber wir können in zwei oder drei Jahren nicht aufholen, was in den vergangenen 30 Jahren versäumt wurde. Der einzige Weg zum Ziel ist deshalb eine Verstetigung und Erhöhung der Investitionen in die Verkehrswege. Die Bauunternehmen haben ihre Kapazitäten der steigenden Nachfrage angepasst, jetzt muss die öffentliche Hand verlässliche Zusagen machen. Zum Beispiel darf die ausfallende PKW-Maut nicht als Anlass genommen werden, die Investitionslinie Verkehr im Bundeshaushalt wieder zu kürzen.“

Ähnliche Forderungen formuliert auch der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK): Investitionen in den Verkehrsträger Straße müssen soweit erhöht werden, dass der fortschreitende Verschleiß aufgehalten wird und Neubaumaßnahmen weiterhin möglich sind. Auf diesem Niveau ist das Budget zu verstetigen.

Für Bundesstraßen und Autobahnen sieht der Verband eine weitere Herausforderung: Wenn am 1. Januar 2021 die neue Infrastrukturgesellschaft des Bundes die Planung, den Bau, den Betrieb und die Finanzierung des gesamten deutschen Autobahnnetzes übernimmt, werden die durch Hessen führenden Bundesfernstraßen von drei Niederlassungen außerhalb des Bundeslandes verwaltet: Montabaur, Hamm und Hannover. Künftig werden also drei Stellen koordinieren, was bisher aus einer Hand geplant wurde. Dabei gehören hessische Autobahnabschnitte zu den meistbefahrenen bundesweit, darunter die A3, die in Frankfurt auch am Flughafen vorbeiführt. 130.000 Fahrzeuge fahren im Rhein-Main-Gebiet täglich über die Autobahnen - mehr als doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt.

Verband und HIHK sind sich in diesem Punkt einig: Bei der Übertragung von Aufgaben auf die neue Bundesfernstraßengesellschaft muss darauf geachtet werden, dass ausreichend Fachpersonal bei Hessen Mobil verbleibt. Bis dahin sollten die hessischen Projekte aus dem Bundesverkehrswegeplan soweit vorgeplant sein, dass sie eine hohe Priorität in der Umsetzung erhalten.

Zur Pressemitteilung der HIHK und weiteren Informationen zur Verkehrsumfrage: http://www.hihk.de/servicemarken/presse/verkehrsumfrage_2019/4509892