Weiterhin hohes Niveau bei Baustoffpreisen

Weiterhin hohes Niveau bei Baustoffpreisen

Das Statistische Bundesamt hat die Entwicklung der Indizes der Erzeugerpreise zum Juli 2021 veröffentlicht. Nach den Daten gibt es gerade bei wichtigen Produkten für die Bauwirtshaft keine Entwarnung. Vorhandene Lieferschwierigkeiten bei einer anhaltend hohen Nachfrage nach Rohstoffen, quer durch viele Branchen der Volkswirtschaft, treiben weiter die Preise. So liegen die Erzeugerpreise für:

  • Schnittholz um mehr als 110 % über dem Vorjahreswert und haben sich gegenüber dem Vormonat noch einmal um 14 % erhöht;
  • Betonstahl um mehr als 80 % über dem Vorjahreswert und haben sich gegenüber dem Vormonat noch einmal um ca. 11 % erhöht.

Die Preise für Kunststoffe liegen im Bereich von +30 % bis +40 % über den Vorjahreswerten, zeigen aber zumindest Stagnation am aktuellen Rand.

Bemerkenswert bleibt das Auseinanderdriften der Entwicklung bei Bitumen einerseits und Asphaltmischgut andrerseits:

  • bei Bitumen haben sich die Preise zum Vorjahr um mehr als 40 % erhöht gegenüber dem Vormonat noch einmal um fast 6 %;
  • Asphaltmischgut zeigt weiter Stagnation sowohl zum Vorjahr (+1,4 %) als auch zum Vormonat (-0,2 %).

Offensichtlich grenzt der Wettbewerb der Mischgutanlagen einen Preisauftrieb beim Asphalt ein.

Weiter moderat zeigt sich die Entwicklung bei den mineralischen Baustoffen, im Bereich von +2 % bis +4 % zum Vorjahr und Stagnation zum Vormonat.

Die Entwicklung wichtiger Erzeugerpreise für die Bauwirtschaft finden Sie zusammengestellt als Anlage.

Bewertung

Auch wenn die Erzeugerpreise nicht die Preise im Handel wiedergeben, so geben sie doch im Zeitverlauf einen Trend wieder. Im Übrigen bilden sie die Basis für die Anwendung der Stoffpreisgleitklausel, in Ermangelung von belastbaren Preisentwicklungen im Handel.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Erfahrungen zeigen, dass die Meldungen zu den Erzeugerpreisen zeitversetzt die Entwicklung am Markt widerspiegeln. So fiel die Entwicklung der Indizes im zweiten Quartal deutlich niedriger aus, als es die Marktpreise, unter Berücksichtigung von Handelsspannen, erwarten ließen. Umgekehrt zeigt sich jetzt, zu Beginn des dritten Quartals, eine Dynamik bei den Indizes, die am Markt verhaltener wahrgenommen wird. So wird von Unternehmern jetzt vielfach von auf einem hohen Niveau stagnierenden Einkaufspreisen berichtet.

Entwicklung Erzeugerpreisindizes Juli 2021Anlage_Entwicklung_Erzeugerpreisindizes_Juli_2021.pdf(27 Downloads)