Corona: Überbrückungshilfe III ausgeweitet

Wir hatten im Frühjahr 2020 umfassend über die Finanzhilfen der Bundesregierung zur Unterstützung der Unternehmen in der Corona-Krise berichtet. Im Zuge dessen hat der ZDB auch eine UnternehmerINFO Bau herausgegeben (Sonderausgabe 12/2020). Zu den Corona-Finanzhilfen für Unternehmen gehören:

  • KfW-Kredite
  • Schnellkredite
  • Soforthilfen
  • Bürgschaften/Garantien
  • der Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Die Überbrückungshilfen (Novemberhilfe, Dezemberhilfe etc.) wurden dagegen bislang nicht thematisiert, weil sie sich jeweils nur an die unmittelbar vom Lockdown betroffenen Branchen richteten, also z.B. Restaurants, Fitnessstudios und deren Zulieferer.

Da die Corona-Krise und die Einschränkungen für die Unternehmen immer länger dauern, hat der Bund nun die Überbrückungshilfe III deutlich vereinfacht, ausgeweitet und in der Höhe angehoben. Insbesondere wurden die Anspruchsvoraussetzungen vereinfacht. Insoweit kann die Überbrückungshilfe III nun auch von Bauunternehmen beantragt werden, die Umsatzeinbrüche von mindestens 30 % erlitten haben – sofern diese Umsatzeinbrüche corona-bedingt sind:

  • So gibt es nun nur noch ein einheitliches Kriterium bei der Antragsberechtigung: Alle Unternehmen mit mind. 30 % Umsatzeinbruch (im Vergleich zum Referenzmonat 2019) können die gestaffelte Fixkostenerstattung für den betreffenden Monat erhalten. Das heißt: Keine Differenzierung mehr bei der Förderung nach unterschiedlichen Umsatzeinbrüchen und Zeiträumen, Schließungsmonaten und direkter oder indirekter Betroffenheit.

Die konkrete Höhe der Zuschüsse orientiert sich wie auch bislang am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019 und ist gestaffelt:

  • bei einem Umsatzrückgang von 30 bis 50 % werden bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten erstattet,
  • bei einem Umsatzrückgang von 50 Prozent bis 70 % werden bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten erstattet und
  • bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % werden bis zu 90 % der förderfähigen Fixkosten gezahlt.

Weitere Verbesserungen:

  • Erweiterung der monatlichen Förderhöhe: Anhebung der Förderhöchstgrenze auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat (bisher vorgesehen 200.000 bzw. 500.000 Euro) innerhalb der Grenzen des europäischen Beihilferechts. Fördermonate sind November 2020 bis Juni 2021.
  • Abschlagszahlungen: Abschlagszahlungen wird es für alle antragsberechtigten Unternehmen geben, nicht nur für die von den Schließungen betroffenen Unternehmen. Sie sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro statt bislang vorgesehenen 50.000 Euro für einen Fördermonat möglich. Erste Abschlagszahlungen sind für Februar geplant.
  • Anerkennung weiterer Kostenpositionen:
    • Investitionen für die bauliche Modernisierung und Umsetzung von Hygienekonzepten ebenso wie Investitionen in Digitalisierung und Modernisierung können als Kostenposition geltend gemacht werden, wie z.B. Investitionen in den Aufbau oder die Erweiterung eines Online-Shops.
    • Für Einzelhändler werden Wertverluste unverkäuflicher oder saisonaler Ware als erstattungsfähige Fixkosten anerkannt;
  • Die Unterstützung von Soloselbständigen wurde auf (einmalig) max. 7.500 Euro für Betriebskosten angehoben.

Hinweis:

Bei Zuschüssen von bis zu 1 Mio. Euro pro Unternehmen kann die Kleinbeihilfen-Regelung sowie die De-minimis-Verordnung genutzt werden, so dass die Verluste nicht nachgewiesen werden müssen. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Überbrückungshilfe II, die allein auf der Fixkostenregelung basiert und bei der stets ein Verlustnachweis erfolgen muss.

Zu beachten ist, dass bisherige Beihilfen aus anderen Förderprogrammen, die auf Basis der genannten beihilferechtlichen Grundlagen gewährt wurden, auf die jeweils einschlägige Obergrenze angerechnet werden.

Die Beantragung der Fördermittel erfolgt über den Steuerberater. Die Details und alle Links zu weiteren Informationen und zum Förderantrag entnehmen Sie bitte der Anlage.

Überbrückungshilfe III Überblick mit Links 01/2021Überbrückungshilfe-III_Überblick-mit-Links.pdf(29 Downloads)

Für Rückfragen steht Ihnen Dipl.-Ökonom Markus Geiser gerne zur Verfügung.