Corona-Sonderzahlungen an Arbeitnehmer / Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld – Aktualisiertes Anwendungsschreiben der Finanzverwaltung

Am 9. April 2020 veröffentlichte das Bundesfinanzministerium (BMF) ein BMF-Schreiben zur Abmilderung der Belastungen der Arbeitnehmer durch die Corona-Krise, wir informierten darüber im Rundschreiben Mai 2020. Dieses Anwendungsschreiben wird durch eine am 26. Oktober 2020 veröffentlichte überarbeitete Fassung ersetzt.

Nach dem Erlass des BMF-Schreibens vom 9. April 2020 wurde durch das Corona-Steuerhilfegesetz ein neuer § 3 Nr. 11 a Einkommensteuergesetz (EStG) geschaffen, der die Steuerfreiheit des Corona-Bonus an Arbeitnehmer in Höhe von 1.500 Euro gesetzlich regelt.

Das aktuelle BMF-Schreiben gibt weitere Erläuterungen:

Corona-Bonus

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 aufgrund der Corona-Krise Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 € nach § 3 Nummer 11a EStG steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Über eine Verlängerung des Begünstigungszeitraumes bis zum 31. Januar 2021 hat der Gesetzgeber noch nicht abschließend entschieden.

Voraussetzung für die steuerfreie Gewährung ist, dass die Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise und zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen.

  • 3 Nr. 11 a EStG ist eine Spezialregelung („lex specialis“) und hat damit Vorrang gegenüber dem § 3 Nr. 11 EStG (der Höhe nach nicht begrenzten Steuerbefreiungsvorschrift für Beihilfen und Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln). Diese beiden Steuerbefreiungsvorschriften können also nicht nebeneinander beansprucht werden.

Andere Steuerbefreiungen, Bewertungsvergünstigungen oder Pauschalbesteuerungs-möglichkeiten ,wie z. B. § 3 Nr. 34 a EStG ( Steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers bis zur Höhe von 500 EUR jährlich, die der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands oder der betrieblichen Gesundheitsförderung seiner Arbeitnehmer dienen) oder § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG (Steuerfreie Sachbezüge bis zur Höhe von 44 Euro im Monat, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden), bleiben hiervon unberührt und können neben der Steuerfreiheit nach § 3 Nummer 11 a EStG in Anspruch genommen werden.

Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Arbeitgeberseitig geleistete Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld sind nach § 3 Nr. 28 a EStG unter Berücksichtigung der Beitragsbemessungsgrenze (in der Rentenversicherung - West oder Ost) steuerfrei und fallen grundsätzlich nicht unter die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11 a EStG.

Zuschüsse, die der Arbeitgeber als Ausgleich zum Kurzarbeitergeld wegen Überschreitens der Beitragsbemessungsgrenze (in der Rentenversicherung - West oder Ost) leistet, fallen weder unter die Steuerbefreiungen des § 3 Nr. 11, Nr. 11 a noch unter § 3 Nr. 2 a EStG.

Interessierte Mitgliedsbetriebe können das Schreiben hier abrufen:

Neufassung des BMF-Schreibens Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise für Arbeitnehmer, Steuerbefreiung für Beihilfen und Unterstützungen Stand 26.10.2020Corona-BMF-Anlage.pdf(131 Downloads)