Liquiditätshilfe des Bundes

Liquiditätshilfe des Bundes

Neben der Corona-Soforthilfe und der Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen (WIBank) stehen auch die etablierten Förderinstrumente der KfW zur Deckung von Liquiditätsbedarf zur Verfügung.

Unternehmen, die heute schon corona-bedingte Umsatzeinbußen und/oder Liquiditätsengpässe verzeichnen, sollten umgehend darüber nachdenken, einen KfW-Kredit zu beantragen!

Im Rahmen des beschlossenen Schutzschilds für Unternehmen wurden die bestehenden KfW-Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet, so dass sie von mehr Unternehmen beantragt und insbesondere schneller ausgezahlt werden können.

Unternehmen müssen die Mittel wie immer über die Hausbanken beantragen; diese haben ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt, so dass von schnellen Antragsverfahren ausgegangen werden sollte. Selbstverständlich hängt die Schnelligkeit aber auch von der Zahl der zu bearbeitenden Anträge ab.

Die KfW wird zudem, um Zeit zu sparen, bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro die Risikobewertungen der Hausbanken für die Konditionsbemessung übernehmen, also keine eigene Risikobewertung vornehmen. Auf diese Weise könne die KfW über die von den Hausbanken weitergeleiteten Kreditanträge schnell und unbürokratisch am selben oder am Folgetag entscheiden, sagte die KfW. Für Kredite bis 10 Mio. Euro ist bei der KfW eine vereinfachte Risikobewertung vorgesehen ("Fast track").

Bei allen Liquiditätshilfen handelt es sich um Kredite, für die die Konditionen verbessert wurden, u.a. durch umfangreiche Haftungsfreistellungen.

Detaillierte Informationen finden Sie unter https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet 0800 539 9001.

Außerdem kann eine Anfrage für ein Finanzierungsvorhaben bis 2,5 Millionen Euro auch schnell und kostenfrei über das neue Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken gestellt werden unter https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de/

Wichtig für die schnelle und erfolgreiche Beurteilung von Finanzierungsanfragen ist die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans, aus welchem der erforderliche Kapitalbedarf hervorgeht.

Weitere Informationen zum Thema "Liquiditätshilfen" hat das BMWi auf folgender Webseite zusammengestellt: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/coronavirus.html

KfW-Förderprogramme

Folgende Fördermittel bietet die KfW grundsätzlich bei kurzfristigem Liquiditätsbedarf an:

a) Für kleine Unternehmen, die noch keine 5 Jahre bestehen: ERP-Gründerkredit Startgeld (067)

  • Zielgruppe: Kleine gewerbliche Unternehmen und Freiberufler bis zu 50 Beschäftigte und Jahresumsatz bzw. Jahresbilanzsumme von max. 10 Millionen Euro, die noch keine 5 Jahre bestehen
  • Höchstbetrag: maximal 30.000 Euro für Betriebsmittel (Gesamtfremdkapitalbedarf max. 100.000 Euro)
  • Laufzeit: maximal 10 Jahre mit zwei Tilgungsfreijahren
  • Sicherheiten: Bankübliche Besicherung bei 80 % Haftungsfreistellung für Hausbank

b) Für junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind: ERP-Gründerkredit Universell (073, 074, 075, 076)

Investitions- und Betriebsmittelkredite für junge Unternehmen bis 5 Jahre nach Gründung. Das Instrument wird erheblich ausgeweitet und verbessert:

  • Das Programm kann von jungen Unternehmen bis zu einem Gruppenjahresumsatz von 2 Milliarden Euro in Anspruch genommen werden (bisher Unternehmen bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz). Die Grenze für die Antragsberechtigung wird somit deutlich ausgeweitet.
  • Investitionen und Betriebsmittel können bis zu einem Kredithöchstbetrag von 200 Millionen Euro je Unternehmensgruppe beantragt werden (bisher 25 Millionen Euro).
  • Für Betriebsmittel- und Investitionskredite an Unternehmen, die mindestens 3 Jahre am Markt aktiv sind, wird eine 80%-Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) durch die KfW eingeführt, bei KMU sogar 90 %.
  • Die Zinskonditionen werden noch einmal deutlich verbessert.
  • Betriebsmittelfinanzierungen werden mit einer Laufzeit bis zu 5 Jahre mit einem tilgungsfreien Anlaufjahr und als endfällige Variante mit 2 Jahren Laufzeit angeboten.

Des Weiteren bietet die KfW den Hausbanken prozessuale Erleichterungen bei den Kreditanträgen an

c) Für Unternehmen, die seit mehr als 5 Jahren am Markt sind: KfW-Unternehmerkredit (037, 047)

Investitions- und Betriebsmittelkredite für Bestandsunternehmen. Das Instrument wird erheblich ausgeweitet und verbessert:

  • Das Programm kann von etablierten Unternehmen bis zu einem Gruppenjahresumsatz von 2 Milliarden Euro in Anspruch genommen werden. Auch hier lag die Grenze für die Antragsberechtigung bisher bei 500 Millionen Euro Jahresumsatz.
  • Der Kredithöchstbetrag je Unternehmensgruppe beträgt 200 Millionen Euro für Investitionen und Betriebsmittel.
  • Für Betriebsmittel- und Investitionskredite wird eine 80-prozentige Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) durch die KfW eingeführt, bei KMU sogar 90 %.
  • Die Zinskonditionen werden noch einmal deutlich verbessert.
  • Betriebsmittelfinanzierungen werden mit einer Laufzeit bis zu 5 Jahre mit einem tilgungsfreien Anlaufjahr und als endfällige Variante mit 2 Jahren Laufzeit angeboten.

KfW-Sonderprogramm 2020 für KMU

Zum ERP-Gründerkredit Universell (b.) und zum KfW-Unternehmerkredit (c.) hat die KfW für kleine und mittlere (KMU) sowie für große Unternehmen je ein Sonderprogramm entwickelt ("KfW-Sonderprogramm 2020"). Dafür werden die Risikoübernahmen bei Investitionsmitteln und Betriebsmitteln – insbesondere für KMU – deutlich verbessert und betragen bis zu 90 %, bei großen Unternehmen bis zu 80 %.

Die Kredite aus dem Sonderprogramm sollen auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die krisenbedingt vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Die KfW darf also jetzt auch an Betriebe mit deutlich schlechterer Bonität Kredite vergeben ("erhöhte Risikotoleranz"). Selbst in diesen Bonitätsklassen bietet die KfW mit dem neuen Sonderprogramm sehr niedrige Zinsen (bis zu 1,5 % bei KMU, bis 2,2 % bei großen Unternehmen).

Allerdings dürfen die Unternehmen nicht schon am 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. Laut KfW heißt das: "geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, keine ungeregelten Zahlungsrückstände von mehr als 30 Tagen, keine Stundungsvereinbarungen" per 31.12.2019.

Damit Hausbanken und Förderbanken die Kreditanträge schnell bearbeiten können, sollten die Unternehmen den Banken daher möglichst aussagekräftige Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass die Liquiditätsschwierigkeiten auf die Corona-Krise zurückgehen, heißt es bei der KfW. Das kann der Jahresabschluss 2019 sein, das können betriebswirtschaftliche Auswertungen, Auftragseingänge und Stornierungen sein.

Nach den uns vorliegenden Informationen erwarten die Sparkassen beispielsweise

  • eine kurze schriftliche Beschreibung der Auswirkungen der Pandemie auf das Unternehmen,
  • die Jahresabschlüsse 2017 und 2018,
  • die BWA per 31.12.2019 inkl. Summen- und Saldenliste,
  • eine Aufstellung des Kreditbedarfs anhand einer Maßnahmen- und Liquiditätsplanung für die nächsten 12 Monate,
  • eine Selbstauskunft und
  • einen Vorschlag für den Eigenbeitrag des Gesellschafters.

Klar ist: Je weiter das Jahr voranschreitet, desto mehr werden die Banken auf Vorlage des Jahresabschlusses 2019 drängen. Die Fertigstellung des Jahresabschlusses sollte daher gerade wegen der Ungewissheit über den Verlauf der nächsten Monate nicht unnötig herausgezögert werden.

Die KfW bietet auf der Seite https://corona.kfw.de/?kfwnl=Unternehmensfinanzierung_MSB.27-03-2020.700218 eine Erfassungsmaske zur Vorbereitung des Kreditantrags bei der Hausbank an.

Über den ERP-Gründerkredit und den KfW-Unternehmerkredit hinaus wird die KfW für mittelständische und große Unternehmen auch Finanzmittel als Partner eines (Banken-)Konsortiums anbieten (Sonderprogramm 855, "Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung"). Dies allerdings erst ab einer Kredithöhe von mind. 25 Mio. Euro.

Als Richtschnur für die Höhe der Unternehmenskredite gibt die KfW vor:

  • 25% des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das Doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • aktueller Finanzierungsbedarf der kommenden 18 Monate (KMU) bzw. 12 Monate.

Als KMU ("kleine und mittlere Unternehmen") gelten bei der KfW Unternehmen bis 249 Beschäftigte und bis 50 Mio. Umsatz (oder eine Jahresbilanzsumme bis 43 Mio. Euro).

Der Start dieser Sonderprogramme unterliegt dem Vorbehalt einer Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Bürgschaften

Für Unternehmen, die bis zur Corona-Krise tragfähige Geschäftsmodelle hatten, können zur Begleitung der Hausbankfinanzierung (auch KfW oder Förderbanken der Länder) Bürgschaften zur Verfügung gestellt werden. Die Rahmenbedingungen werden verbessert:

  • Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Mio. Euro (bisher 1,25 Mio. Euro)
  • höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft
  • sowie verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen

Die Maßnahmen unterstützen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe und werden von den Bürgschaftsbanken so schnell wie möglich umgesetzt. Allerdings können auch Bürgschaftsbanken aktuell maximal 90 Prozent des Kreditrisikos abdecken, das heißt, die jeweilige Hausbank muss mindestens 10 Prozent Eigenobligo übernehmen.

Unter dem Link https://vdb-info.de/aktuelles/pressemitteilungen/corona-krise-buergschaftsbanken-erweitern-unterstuetzung-von-kmu informieren die Bürgschaftsbanken.