Corona-Überbrückungshilfe: Online-Antrag durch den Steuerberater

Um die bei der Beantragung der Corona-Soforthilfe aufgetretenen Defizite zu vermeiden, muss die neue Überbrückungshilfe vom Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer beantragt und die Berechtigung nachträglich noch einmal bestätigt werden.

Über die geplante Corona-Überbrückungshilfe des Bundes hatten wir an dieser Stelle unter dem 23. Juni 2020 berichtet.

Diese neue Bundeshilfe schließt an die Corona-Soforthilfen an, die für die Monate März bis Mai ausgezahlt wurden. Zudem stehen bei der neuen Überbrückungshilfe die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen im Mittelpunkt, weshalb die Zuschüsse im Verhältnis zum Umsatzeinbruch gestaffelt sind. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von mindestens 60 % für die beiden Monate April und Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nachweisen können.

Im Gegensatz zur Soforthilfe aus dem Frühjahr sind bei der Überbrückungshilfe auch Kosten für Auszubildende erstattungsfähig sowie Personalaufwendungen, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind; diese können pauschal mit 10 % der erstattungsfähigen Fixkosten anerkannt werden. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind dagegen nicht förderfähig.

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzrückgang,
  • 50 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 %,
  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 40 % und 50 % im Leistungsmonat im Vergleich zum Vormonat.

Anträge können ab sofort ausschließlich online und unter Einbindung von sog. prüfenden Dritten gestellt werden: Zu den sog. prüfenden Dritten zählen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer. Die vom Unternehmen beauftragten Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer müssen sich im Namen ihres Mandanten auf der Webseite www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de registrieren. Auf der Seite finden sich auch weitere Informationen zur Antragstellung.

Die Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer müssen vom Unternehmen selbst getragen werden, und zwar für beide Phasen (Antragstellung und spätere Überprüfung). Sie sind aber über die Überbrückungshilfe grundsätzlich erstattungsfähig.

Eine Kumulierung der Überbrückungshilfe mit öffentlichen Hilfen, insbesondere mit Darlehen, ist grundsätzlich zulässig. Leistungen aus anderen Corona-bedingten Hilfsprogrammen des Bundes und der Länder werden aber auf die Leistungen der Überbrückungshilfe angerechnet, soweit der Zweck der Leistung identisch ist und die Leistungszeiträume sich überschneiden.

Anträge können bis zum 31. August 2020 gestellt werden. Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de