Arbeitsunfähigkeitbescheinigung (AU). Veränderte Ausnahmeregelung per Telefon

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) spricht sich für eine veränderte Ausnahmeregelung zu Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Telefon aus.

Der Vorsitzende des G-BA hat angekündigt, der G-BA werde erneut einen Beschluss zu der Frage einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund telefonischer Anamnese für Versicherte mit Erkrankungen der oberen Atemwege ohne schwere Symptomatik fassen. Nach einer Pressemitteilung will der G-BA beschließen, dass eine Ausnahmeregelung von der Pflicht, sich persönlich untersuchen zu lassen, voraussichtlich rückwirkend vom 21. April bis zum 4. Mai 2020 in Kraft gesetzt wird.Im Unterschied zu den bis Freitag gültigen Richtlinien soll eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufgrund einer telefonischen Anamnese danach beschränkt für die Dauer von einer Woche ausgestellt werden. Nur bei fortdauernder Erkrankung soll eine einmalige Verlängerung möglich sein. Der G-BA kündigt ferner an, in angemessener Zeit vor dem 4. Mai über das weitere Verfahren zu entscheiden.

Bewertung

Der Beschluss des G-BA und der Kassenärztlichen Vereinigun vom Ende letzter Woche zur Aufhebung der Ausnahmeregelung zur Erteilung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen per Telefon wurde ausdrücklich begrüßt. Die Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit ohne die persönliche Untersuchung durch einen Arzt darf kein Dauerzustand sein.

Soweit die aktuelle Situation es erfordert, noch nicht zum Normalzustand zurückzukehren, ist es richtig, dass entsprechende Bescheinigungen der Arbeitsunfähigkeit beschränkt auf sieben statt für 14 Tage (wenn auch mit einer Verlängerungsmöglichkeit) erstellt werden.

Ebenfalls ein Schritt auf dem Weg zur Normalisierung ist es, dass die Verlängerung mit Stand heute "nur" bis zum 4. Mai gelten soll. Der ursprünglich angekündigte Zeitpunkt des 23. Juni mit einer über sofort für zwei Wochen wirkenden Bescheinigung ist damit vom Tisch. Dies gibt die Möglichkeit, noch vor dem Sommer zum gesetzlich gewollten Normalzustand einer persönlichen Anamnese zurück zu kehren.