Pressemitteilung

Hessischer Baugewerbeverband nimmt Schlichterspruch im Tarifkonflikt im Baugewerbe an

Hessischer Baugewerbeverband nimmt Schlichterspruch im Tarifkonflikt im Baugewerbe an

Der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V. informiert, dass der Gesamtvorstand des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e. V. den vorgelegten Schlichterspruch mehrheitlich angenommen hat. Der Verband betont jedoch, dass die Forderungen der Gewerkschaft hart an der Grenze des Zumutbaren liegen.

„Gerade für Betriebe, die mit eigenen Mitarbeitern arbeiten und solche in strukturschwachen Gegenden ist dieser Abschluss eine enorme Belastung. Wir haben aber im Bausektor derzeit einen Arbeitnehmer-Markt, insbesondere bei den gut ausgebildeten Facharbeitern. Deswegen blieb aus Sicht unserer Unternehmer keine andere Wahl, als den Schlichterspruch anzunehmen,“ erklärt
Hauptgeschäftsführer Rainer von Borstel am Donnerstag in Frankfurt.

Der hessische Landesverband bewertet den am 12. Mai in Berlin ausgehandelten Schiedsspruch aufgrund des einmaligen, hohen Lohnanstiegs von 5,7 % als sehr kritisch. „Unsere Betriebe haben bereits langfristig Aufträge angenommen. Dabei wurde in der Regel eine Lohnsteigerung von 3 % in die Preise einkalkuliert. Jetzt müssen die Betriebe im Jahr 2018 bereits eine Steigerung von 5,7 % verkraften– das heißt bei vielen Aufträgen machen sie Verluste. Eine langsame Steigerung pro Jahr wäre wirtschaftlich sinnvoller gewesen und hätte den Beschäftigten sogar mehr Lohn einbringen können“, kritisiert von Borstel.

Der Schlichterspruch sieht unter anderem Folgendes vor: Die Erhöhung der Löhne und Gehälter ab 1. Mai 2018 um 5,7 % bei einer Laufzeit von 26 Monaten, drei Einmalzahlungen, die Anhebung der Ausbildungsvergütung sowie eine Wiedereinführung des 13. Monatseinkommens in Hessen.